Immunologische Grundlagen

Gerade in der aktuellen Zeit der Pandemie ist das Wissen um immunologische Grundlagen und das Zusammenspiel der angeborenen und adaptiven Immunantwort unabdingbar für das Verständnis über die Wirkungsweise von Impfstoffen.

5. Januar 2023
Lesedauer: 1 Min.
Antikörper, Immunglobulin, Y-förmiges Protein, das hauptsächlich von Plasmazellen produziert wird, 3D-Darstellung

In den ersten Schritten muss das angeborene Immunsystem zwischen harmlosen Substanzen, wie z.B. Nahrungsbestandteile oder Hausstaub und Antigenen von Krankheitserregern unterscheiden.

Im zweiten Schritt induziert ein Antigen von einem Krankheitserreger eine immunologische Kaskade, welche in der Aktivierung des adaptiven Immunsystems mündet. Krankheitserreger können sich diese immunologische Kaskade zu Nutze machen und sie zu ihrem Vorteil manipulieren. Eine entscheidende Rolle über die weitere Art und Ausprägung der adaptiven Immunantwort spielen die Dendritischen Zellen. Impfstoffe hingegen sind wie ein Training für das Immunsystem und bereiten das adaptive Immunsystem auf den Kontakt mit dem Krankheitserreger vor, so dass dieser sich dann nach einer Impfung nicht mehr im Körper entfalten kann. Alterungsprozesse schwächen das Immunsystem im Laufe des Lebens zusehends. Der Einsatz von Impfstoffen, welche speziell für die älteren Menschen entwickelt worden sind, wirken dem Prozess der Immun-Seneszenz entgegen.

 

Wie Krankheitserreger die Immunantwort manipulieren

Für eine effektive Immunantwort ist die Aufnahme des Antigens durch die Dendritischen Zellen von entscheidender Bedeutung. Sie fungieren quasi als „Drehscheibe“ bei der Ausrichtung der adaptiven Immunantwort. Dieser Prozess entscheidet maßgeblich darüber, ob die Immunantwort mehr in eine sogenannte Th2-Immunantwort mit IgG-spezifischen Antikörpern oder in eine zelluläre zytotoxischen Th1-Immunantwort mündet. Auch Mischformen sind möglich.

Ein Krankheitserreger kann sich diese Prozessabläufe zunutze machen, in dem er diese zu seinen Gunsten manipuliert. So sind z.B. bei der Lepra verschiedene Krankheitsverläufe bekannt, je nachdem ob eine effektive Th1-Immunantwort zu Stande kommt oder eine uneffektive Th2-Immunantwort erfolgt. Ist die Immunantwort Th1 gelagert, kommt es in 3⁄4 der Fälle zu einem Abheilender Lepra, während sich bei einer Th2-Immunantwort eine schwere Lepra entwickelt. 

Eine andere Möglichkeit die Immunantwort zu manipulieren, besteht in der direkten Zerstörung von Immunzellen, so z.B. bei HIV. Dieser Erreger zerstört im Infektionsverlauf die CD4 T-Lymphozyten, welche eine wichtige Funktion bei der Initiierung von B-Zellen haben. Somit kann das Immunsystem eine HIV-Infektion im zeitlichen Verlauf nicht mehr kontrollieren und es kommt im Falle einer fehlenden Therapie zur Entwicklung von AIDS. 

Aktuelle Impfempfehlungen und Antworten auf Ihre und weitere Impffragen finden sie auf www.rki.de. Insbesondere im alljährlich erscheinenden Epidemiologischen Bulletin 34 (z.B.34/2022) und auf www.impfakademie.de.

Referenzen

1. Leo O, et al. in: Garçon N, et al. Understanding Modern Vaccines: Perspectives in Vaccinology, Vol 1. Amsterdam: Elsevier; 2011 (Chapter 2: p25–59) 

2. Maggi S, et al. Expert Rev Vaccines 2010; 9(3 Suppl.):3–6; Rosenberg C, et al. Hum Vaccin Immunother 2013; 9(7):1466–1467

Grundlagen Impfung
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