Impfungen unter immunsuppressiver Therapie?
Können Impfungen unter immunsuppressiver Therapie gegeben werden?
Grundsätzlich sollten alle Patientinnen und Patienten unter einer immunsuppressiven Therapie, unabhängig von ihrem Alter entsprechend den STIKO-Empfehlungen geimpft werden. Insbesondere sollte der Impfstatus vor Beginn der immunsuppressiven Therapie vervollständigt werden. Die Impfungen sollten bei Totimpfstoffen mit einem Abstand von 2–4 Wochen und bei Lebendimpfstoffen von 4–8 Wochen bis zum Beginn der Immunsuppressiven Therapie erfolgen.
Unter einer laufenden, starken Immunsuppression sollte von Lebendimpfungen abgesehen werden. Wenn eine Lebendimpfung unumgänglich und indiziert ist – z.B. Masern – muss die Immunsuppression ausreichend lange pausiert werden. Je nach Medikament kann diese mehrere Wochen, Monate oder Jahre betragen, hier ist unbedingt die jeweilige Fachinformation zu beachten und Rücksprache mit dem behandelnden Zentrum aufzunehmen. Ist eine Pause der immunsuppressiven Therapie möglich muss nach einer Lebendimpfung mindestens 4-8 Wochen gewartet werden, bis die immunsuppressive Therapie wieder begonnen werden kann.
Grundsätzlich gelten die folgenden Merksätze:
Merksatz 1: Totimpfstoffe können grundsätzlich bei Personen mit einer Autoimmunkrankheit oder einer anderen chronisch-entzündlichen Erkrankung ohne oder unter einer immunsuppressiven Therapie angewendet werden. Der Impfschutz sollte entsprechend den aktuellen Empfehlungen der STIKO aktualisiert bzw. vervollständigt werden.
Merksatz 2: Personen mit einer Autoimmunerkrankung oder einer chronisch-entzündlichen Erkrankung ohne bzw. vor geplanter immunsuppressiver Therapie sollen Lebendimpfstoffe entsprechend den aktuellen Empfehlungen der STIKO erhalten.
Merksatz 3: Während der Therapie mit Immunsuppressiva sollten Personen mit Autoimmunkrankheiten oder anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden, da das Risiko einer Erkrankung und schwerer bis tödlicher Komplikationen durch die attenuierten Impfviren besteht. Ausnahmen sind nur im begründeten Einzelfall unter individueller Risiko-Nutzen-Abschätzung möglich.
Merksatz 4: Alle engen Kontaktpersonen sollten einen vollständigen Impfschutz nach den Empfehlungen der STIKO haben.
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- Beispiel: Anstatt "Welche Impfungen braucht man auf Reisen?" fragen Sie lieber "Welche Impfungen werden für eine Reise nach Südostasien empfohlen und was muss man beachten?"
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