Impfungen bei Morbus Crohn?
Wie sollte eine Person nach Erstdiagnose einer CED/Morbus Crohn unter Kortikosteroid-Therapie geimpft werden? Ist MMR als Lebendimpfung möglich?
Wie andere Personen mit chronischen Grunderkrankungen haben Erwachsene mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ein erhöhtes Risiko, schwer an bestimmten Infektionen zu erkranken. Sie sollten daher alle altersentsprechenden Standardimpfungen, welche von der STIKO empfohlen werden, bekommen. Zudem listet die STIKO explizit auf, dass Erwachsene mit schwerer Ausprägung der CED oder Immunsuppression die Impfung gegen Herpes zoster erhalten sollen.
Ist eine immunsuppressive Therapie geplant, sind weitere Impfungen indiziert. So empfiehlt die STIKO, zusätzlich zu den oben genannten, die folgenden Impfungen allen Erwachsenen unter Immunsuppression:
- COVID-19: jährlich
- Influenza: jährlich
- Pneumokokken: einmalig mit PCV20 (20-valenter Konjugatimpfstoff)
- Hepatitis B
- Meningokokken ACWY und B
- RSV (Impfempfehlung ab 60 Jahren bei schwerer Immunsuppression)
Alle nötigen Impfungen sollten bestenfalls vor Therapiebeginn durchgeführt werden. Unter immunsuppressiver Therapie gilt in der Regel, dass Totimpfstoffe weiterhin möglich, Lebendimpfstoffe jedoch kontraindiziert sind. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Impfen unter immunsuppressiver Therapie finden Sie in unserem Handout Impfen unter Immunsuppression.
Auch die Varizellen-Impfung wird allen empfänglichen Personen vor Beginn einer Immunsuppression empfohlen. Da es sich hierbei um eine Lebendimpfung handelt, muss die Immunisierung spätestens vier Wochen vor Therapiebeginn abgeschlossen werden. Unter Immunsuppression ist die Impfung kontraindiziert. Dies gilt auch - sofern sie noch nachgeholt werden muss - für die MMR-Impfung, welche ebenfalls eine Lebendimpfung ist.
Es existieren zudem spezielle Reiseimpfempfehlungen bei CED, derzeit insbesondere bezüglich der Typhus- und Cholera-Impfungen. Hier sind die aktuellen Reiseimpfempfehlungen der STIKO und DTG zu beachten.
Referenzen
1. Robert Koch Institut - Epid Bull 2026;4:1-79 | DOI 10.25646/13636.5
2. Wagner et al. 2019 - Bundesgesundheitsbl 2019 · 62:494–515 https:// doi.org/ 10.1007/ s00103- 019- 02905-1
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