Skip to content Skip to content
Scroll to top

STIKO Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

August 2022

A

Aktuelle STIKO-Empfehlungen

Die Corona Situation ändert sich wöchentlich, teilweise täglich. Dadurch aktualisiert die STIKO regelmäßig ihre Empfehlungen. Hierbei den Überblick zu behalten, kann eine Herausforderung sein.

Zu Ihrer Unterstützung finden Sie hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Bitte beachten Sie: Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert, dennoch kann es zu Verzögerungen in der Überarbeitung kommen. Den aktuellsten Stand können Sie direkt auf der Website des RKI nachlesen.

  • Für wen ist die COVID-19-Impfung empfohlen?

    Für Kinder im Alter von 5 -11 Jahren empfiehlt die STIKO die COVID-19 Impfung generell mit zunächst einer Impfstoffdosis. Bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten kann die vollständige COVID-19-Grundimmunisierung auch bei 5 – 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

    Kinder mit Vorerkrankungen sollen weiterhin eine Grundimmunisierung mit 2 Impfungen sowie eine Auffrischimpfung erhalten. Gesunde Kinder sollen eine Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen bekommen, wenn sich in ihrem Umfeld enge Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die durch eine Impfung selbst nicht sicher geschützt werden können.

    Gesunde Kinder, die bereits eine 2-malige Impfung erhalten haben, sollen zunächst nicht erneut geimpft werden.

    Es ist empfohlen, die Impfung mit einer oder zwei Impfstoffdosen des mRNA-Impfstoffs BNT162b2 (10µg) im Abstand von 3-6 Wochen durchzuführen.

    Für die 12–17-jährigen Kinder und Jugendlichen ist empfohlen, die Impfung gegen COVID-19 mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 (BioNTech/Pfizer) durchzuführen. Verabreicht werden sollen jeweils zwei Dosen BioNTech/Pfizer im Abstand von 3–6 Wochen. 
     

    Bei Personen unter 30 Jahren sollte ausschließlich mit dem Impfstoff BNT162b2 (BioNTech) geimpft werden. Aktuelle Meldeanalysen zeigen, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jungen und jungen Männern sowie bei Mädchen und jungen Frauen unter 30 Jahren nach der Impfung mit dem mRNA1273 (Moderna) Impfstoff häufiger beobachtet wurden als nach der Impfung mit BNT162b2. Für Menschen ab 30 Jahren besteht nach der Impfung mit dem mRNA1273 Impfstoff kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung. Die Impfung kann bei ≥60-Jährigen auch mit einem der beiden zugelassenen Vektor-basierten Impfstoffe erfolgen.

    Es ist ratsam, in den ersten Tagen nach einer Impfung erhebliche körperliche Belastungen, z.B. Leistungssport, zu vermeiden.

     

    Quelle: Epid. Bull. 21/2022

  • Wer sollte eine Auffrischimpfung erhalten?

    Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und empfiehlt allen Personen ab 12 Jahren eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff:

     

    • alle Personen im Alter ≥12 Jahren sollen eine COVID-19-Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff in einem Mindestabstand von 3 Monaten zur Grundimmunisierung erhalten
    • bei den 12-17-jährigen soll die Auffrischimpfung in einem Zeitfenster von 3-6 Monaten nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen.
    • Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sollen möglichst frühzeitig eine Auffrischimpfung (3 Monate) erhalten
    • 12 – 17-Jährige ohne Vorerkrankungen wird ein eher längerer Abstand von bis zu 6 Monaten empfohlen

    Ziel ist es, durch diese forcierte Auffrischimpfkampagne und den verkürzten Impfabstand schwere Verläufe von COVID-19 zu verhindern und die Transmission insbesondere der sich ausbreitenden OmikronVariante zu vermindern.

     

    Daneben wird die Optimierung der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff, nach vorausgegangener Impfung mit dem Ad26.COV2-S Impfstoff, empfohlen:

     

    • Personen, die eine Grundimmunisierung mit 1 Impfstoffdosis des Ad26.COV2-S Impfstoff erhalten haben, sollen zur Optimierung ihres Impfschutzes unabhängig vom Alter eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs (heterologes Impfschema) ab 4 Wochen nach der Ad26.COV2-S Impfung erhalten.
    • bei Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe oder auf individuellem Wunsch (nach ärztlicher Aufklärung)
    • Erwachsenen können unabhängig vom Alter für die Optimierung der Grundimmunisierung (2.Impfstoffdosis) oder für die Auffrischimpfung (3.Impfstoffdosis) auch den AD26 Vektor Impfstoff oder NVX-CoV2373 erhalten.

    Quelle: Epid. Bull. 21/2022

     

     

    Empfehlungen zur 2. Auffrischimpfung für Indikationsgruppen:

     

    Die STIKO empfiehlt nach abgeschlossener COVID-19-Grundimmunisierung und erfolgter 1. Auffrischimpfung eine 2. Auffrischimpfung für:

     

    • Menschen ab dem Alter von 60 Jahren
    • BewohnerInnen in Einrichtungen der Pflege sowie für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
    • Menschen mit ID ab dem Alter von 5 Jahren
    • Personen ab 5 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung
    • Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solchen mit direktem PatientInnen- bzw. BewohnerInnenkontakt.

    Quelle: Epid. Bull. 33/2022

     

    Bei Personen der o. g. Gruppen, die nach erfolgter COVID-19-Grundimmunisierung und 1. Auffrischimpfung eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird vorerst keine weitere Impfung mit den aktuell verfügbaren COVID-19-Impfstoffen empfohlen.

     

    Quelle: Epid. Bull. 07/2022

  • Wie ist vorzugehen bei Personen, die mit einem nicht in der EU zugelassenen Impfstoff vorgeimpft sind?

    Personen, die mit einem nicht in der EU zugelassenen, inaktivierten Ganzvirusimpfstoff (Covaxin/ BBV152 [Bharat Biotech], Covilo [Sinopharm] oder CoronaVac [Sinovac]) oder mit dem Vektor-basierten Impfstoff Sputnik V [Gamaleja]) mindestens 2-mal geimpft worden sind, erhalten eine 1-malige Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff oder mit Nuvaxovid im Mindestabstand von 3 Monaten zur letzten Impfung. Hingegen ist nach einer nur 1-maligen Impfung mit einem der nicht in der EU zugelassenen Impfstoffe eine vollständige neue Impfserie notwendig.

     

    Quelle: Epid. Bull. 33/2022

  • Wie ist das Sicherheitsprofil der Impfung bei Kindern und Jugendlichen?

    Neuere Überwachungsdaten aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu 10 Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen zeigen, dass die sehr seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen als Impfnebenwirkungen gewertet werden müssen. Beide mRNA-Impfstoffe sind grundsätzlich sehr wirksam und nach den bisher vorliegen den Daten sicher. Myokarditiden sind nach Impfungen mit COVID-19- mRNA-Impfstoffen sehr seltene unerwünschte Ereignisse (Jungen häufiger als Mädchen (ca. 1:17.000 bzw. 1:110.000 nach der 2. Impfung). Es gab bisher keine weiteren schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse bei 12 – 17-Jährigen nach COVID-19-Impfung. Allein in den USA und Kanada sind in dieser Altersgruppe bereits über 12 Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden. COVID-19 ist in der Regel bei Kindern und Jugendlichen keine schwere Erkrankung. In Einzelfällen kann es jedoch zu schwerwiegenden Krankheitsmanifestationen kommen (z. B. Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome [PIMS] und Myokarditis), deren Langzeitprognosen nicht endgültig bekannt sind. Long-COVID ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht quantifizierbar. Bei zunehmenden Fallzahlen ist jedoch auch bei niedriger Inzidenz von Long-COVID ein Anstieg von Langzeitfolgen anzunehmen.

     

    Quelle: Epid. Bull. 33/2021

  • Was ist bei Personen zu beachten, die als Erstimpfung AstraZeneca erhalten haben?

    Wie bei den <60-Jähri­gen, die in der Vergangenheit eine Impfstoffdosis AstraZeneca erhalten hatten, empfiehlt sie nunmehr auch für ≥60-Jährige ein heterologes Impfschema (d.h. 1. Impfung mit AstraZeneca gefolgt von einem mRNA-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen). 

     

    Quelle: Epid. Bull. 33/2022

     

    Tabelle: | Vorgehen zur Auffrischimpfung gegen COVID-19 bei Impfschemata, die von den aktuellen STIKO-Empfehlungen zur Grundimmunisierung abweichen, Homologe und Heterologe Impfschemata (entnommen aus Epid. Bull. 33, 2022)

    1. Sollte der empfohlene Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden. 
    2. Für die Auffrischimpfung von Personen mit Immundefizienz soll Spikevax in einer Dosierung von 100µg verwendet werden (s. 11. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO). 
    3. Bestehen produktspezifische medizinische Kontraindikationen gegen die Verwendung von Comirnaty bzw. Spikevax, kann Nuvaxovid oder JCOVDEN (vormals COVID-19 Vaccine Janssen) verwendet werden. 
    4. Es ist zu erwarten, dass auch für Nuvaxovid eine Zulassung für eine Auffrischimpfung beantragt werden wird. Die STIKO wird die Daten dann evaluieren und die Empfehlungen ggf. anpassen. 
    5. Eine 1. Auffrischimpfung wird für Kinder mit Vorerkrankungen im Abstand von ≥6 Monaten nach abgeschlossener Grundimmunisierung und für Kinder mit Immundefizienz im Abstand von ≥3 Monaten nach abgeschlossener Grundimmunisierung empfohlen. 
    6. Wenn die Schwangerschaft nach bereits verabreichter 1. Impfstoffdosis festgestellt wurde, sollte die 2. Impfstoffdosis erst ab dem 2. Trimenon verabreicht werden. 
    7. In begründeten Einzelfällen kann der Impfabstand auf 4 Monate reduziert werden. 
    8. Die Verwendung von Spikevax (100µg) ist erst ab dem Alter ≥30 Jahren und nicht in der Schwangerschaft empfohlen. 
    9. Im Alter von 6–11 Jahren wird präferenziell Comirnaty (10µg) empfohlen. Die Verwendung von Spikevax (50µg) ist möglich.

    Quelle: Epid. Bull. 33/2022

  • Was ist zu beachten, wenn der Abstand zwischen zwei COVID-19-Impfungen überschritten wurde?

    Wenn der von den Herstellern empfohlene Abstand zwischen 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten wurde, kann die Impfserie fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

     

    Quelle: Epid. Bull. 43/2021

  • Was für Abstands- und Hygienemaßnahmen sollten nach der Impfung eingehalten werden?

    Postmarketing- und Real-Life-Studien haben gezeigt, dass die Virusausscheidung bei Personen, die sich trotz einer abgeschlossenen Impfserie mit SARS-CoV-2 infiziert haben, reduziert und damit das Transmissionsrisiko deutlich vermindert ist. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach entsprechender Exposition trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei SARS-CoV-2 ausscheiden.

    Deshalb sind auch nach der Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln) weiterhin einzuhalten.

     

    Quelle: Epid. Bull. 43/2021

  • Welcher Abstand soll zu anderen planbaren Impfungen eingehalten werden?

    Zwischen mRNA- oder Vektor-basierten COVID-19-Impfungen und der Verabreichung anderer Totimpfstoffe muss kein Impfabstand eingehalten werden. Sie können auch zeitgleich gegeben werden. Zu Impfungen mit Lebendimpfstoffen soll hingegen ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach jeder COVID-19-Impfung eingehalten werden.

     

    NVX-CoV2373 kann gleichzeitig mit einem Influenza-Totimpfstoff verabreicht werden. Zur Verabreichung von anderen Tot- und Lebendimpfstoffen wird ein Abstand von 14 Tagen vor und nach NVX-CoV2373-Applikation empfohlen. 

     

    Quelle: Epid. Bull. 07/2022

  • Wie sollte bei einer SARS-CoV-2-Infektion, welche zeitlich vor oder nach einer COVID-19-Impfung stattgefunden hat, vorgegangen werden?

    Zwischen zwei aufeinanderfolgenden SARSCoV-2-Infektionen muss ein Abstand von >3 Monaten liegen. Die STIKO empfiehlt seit Dezember 2021 (s. 16. Aktualisierung), zwischen einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion und einer nachfolgenden COVID-19-Impfung einen Abstand von > 3 Monaten einzuhalten. Im Falle einer Unterschreitung dieses Abstands sind Infektion und Impfung nur dann als getrennte immunologische Ereignisse zu werten, wenn mindestens ein Abstand von 4 Wochen bestand. Die gleiche Regel gilt für das Auftreten einer SARSCoV-2-Infektion nach COVID-19-Impfung.  Der Mindestabstand zwischen zweitem und drittem Ereignis beträgt 3 Monate.  Wird der Mindestabstand zwischen zwei Ereignissen unterschritten, wird in der Regel nur das spätere Ereignis als immunologisch wirksames Ereignis gewertet.  Zum Erreichen einer bestmöglichen Immunität wird auch ungeimpften Personen, die drei oder mehr SARS-CoV-2-Infektionen durchgemacht haben, eine Auffrischimpfung empfohlen (hybriden Immunität). 

     

    Quelle: Epid. Bull. 21/2022

  • Wie appliziere ich eine Impfung bei Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben?

    Die STIKO geht davon aus, dass eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion nicht ausreicht, um spätere COVID-19-Erkrankungen zu verhindern. Ein solider Schutz vor Infektion und schwerer Erkrankung ist erst durch eine mehrmalige Auseinandersetzung mit dem SARS-CoV-2- Spikeprotein zu erlangen. Dies kann durch eine 3-malige Impfung oder durch eine Kombination von natürlicher Infektion und Impfung (hybride Immunität) erreicht werden. Daher sollen auch Personen mit zurückliegenden SARSCoV-2-Infektionen geimpft werden. Zwischen den jeweiligen Ereignissen muss jedoch ein zeitlicher Mindestabstand bestehen.

     

    Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach 1 Impfstoffdosis erhalten haben, sollen in der Regel 3 Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten. Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARSCoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen im Abstand von 6 Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten. Bei einer serologisch bestätigten Infektion kann keine sichere Aussage über den Infektionszeitpunkt getroffen werden, deshalb soll die notwendige einzelne Impfstoffdosis bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose gegeben werden.

     

    Die Gabe der einmaligen Impfstoffdosis ist bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich, wenn z. B. eine Exposition gegenüber künftig auftretenden Virusvarianten gegeben ist, gegen die eine durchgemachte SARS-CoV-2- Infektion keinen ausreichenden Schutz mehr vermittelt (immune escape-Varianten). Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen. 

     

    Bei Personen mit Immundefizienz, die eine gesicherte SARS CoV-2-Infektion durchgemacht haben, muss im Einzelfall entschieden werden, wie viele weitere Impfstoffdosen für einen optimalen Schutz notwendig sind. Dies hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab.  

     

    Quelle: Epid. Bull. 02/2022, 21/2022

  • Was ist bei Personen zu beachten, die unbemerkt eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht haben?

    Es besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder (unerkannt) durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

     

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Darf in der Schwangerschaft und Stillzeit geimpft werden?

    Die aktuelle Empfehlung ist eine generelle Impfempfehlung (Grundimmunisierung und 1. Auffrischimpfung) für Schwangere und Stillende. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen COVID-19. Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen des BNT162b2 COVID-19 mRNA-Impfstoffs ab dem 2.Trimenon empfohlen. Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem 2.Trimenon mit dem BNT162b2 COVID-19 mRNA-Impfstoffs durchgeführt werden.
     

    Stillenden wird die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs empfohlen. Eine COVID-19-Impfung von Stillenden ist bei unkompliziertem Verlauf auch im Wochenbett möglich. Bereits mit 2 Impfstoffdosen geimpften Schwangeren soll unabhängig vom Alter ab dem 2. Trimenon eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 mit einem Mindestabstand zur Grundimmunisierung von 3 Monaten angeboten werden. Die Anwendung von NVX-CoV2373 während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen. Eine Impfung mit NVX-CoV2373 in der Schwangerschaft und Stillzeit kann jedoch im Einzelfall erwogen werden, wenn eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe besteht.

     

    Quelle: Epid. Bull. 07/2022, Epid. Bull. 21/2022

  • Sollten COVID-19-Kontaktpersonen geimpft werden?

    COVID-19-Kontaktpersonen mit Symptomfreiheit frühestens 14 Tage nach dem letzten potenziellen Kontakt impfen.

     

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Welche weiteren Impfungen sollen priorisiert werden?

    Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen altersentsprechend und zeitnah durchführen. Besonders die Grundimmunisierung der Kinder sollte unbedingt zeitgerecht beginnen und enden.

     

    Bei Personen im Alter ab 60 Jahren muss an die altersbedingten Impfempfehlungen gedacht werden:

    • Pneumokokken
    • Herpes Zoster
    • jährlich Influenza

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Wie konnte die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen in dem Zeitrahmen so rasch erfolgen?

    Bei der Entwicklung von Impfstoffen werden mindestens drei klinische Studienphasen durchlaufen. Normalerweise wird die jeweils folgende Phase erst nach Abschluss und Auswertung der vorangegangen begonnen. Bei der Entwicklung der mRNA Impfstoffe konnte Zeit eingespart werden, indem sich die Phasen der einzelnen Studien stark überlappt haben. Zusätzlich wurde die Massenproduktion des finalen Impfstoffs schon während der Phase I begonnen und die Behörden haben die Zulassungen für die COVID-Impfstoffe in einem sogenannten Rolling Review-Verfahren in engem Austausch mit den beteiligten Herstellern bereits vorhandene Daten kontinuierlich beurteilt. 

     

    Quelle: https://www.pei.de/DE/service/faq/coronavirus/faq-coronavirus-node.htm, abgerufen am 22.08.2022

  • Wie werden die mRNA Impfstoffe hergestellt?

    Die Herstellung von Impfstoffen ist in der Regel ein langwieriger Prozess. Die neue mRNA Technologie erleichtert die Produktion und macht schnelle Anpassungen von Impfstoffen möglich. An mRNA und ihren Einsatzmöglichkeiten in der Medizin wird nicht erst seit dem Ausbruch der SARS-CoV2-Pandemie geforscht, sondern bereits seit Jahrzehnten. Bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen wird nicht der ganze Erreger aufbereitet, sondern zunächst nur der Teil des Viruserbgutes, der den Bauplan für ein Protein des Virus enthält. Im Falle der momentan verfügbaren COVID-19-mRNA-Impfstoffe ist das der Bauplan für das Spike Protein von SARSCoV-2. Das Spike-Protein ist für die Infektion der Wirtszellen durch das Virus notwendig. Das Spike-Protein bedeckt die Oberfläche des Corona-Virus und ist daher für das Immunsystem leicht zu erkennen und zu neutralisieren. Im nächsten Schritt werden dann in kurzer Zeit große Mengen an mRNA (Bauplankopie) hergestellt. Daher können mRNA-Impfstoffe deutlich schneller produziert werden. Rund die Hälfte der gesamten Produktionszeit eines mRNA Impfstoffs wird (wie auch bei allen anderen Impfstoffen) für intensive Qualitätstests benötigt. Der Herstellungsprozess kann in 4 Schritte unterteilt werden.

     

    Schritt 1: Zunächst wird im Labor die DNA hergestellt, die eine Bauplaninformation des Antigens enthält. Dieser DNA-Abschnitt wird dann millionenfach vervielfältigt. Anschließend werden diese DNA-Abschnitte gründlich gereinigt, bevor der nächste Produktionsschritt beginnt. 

     

    Schritt 2: Innerhalb von 3 bis 4 Tagen wird die DNA in mRNA umgeschrieben. Im Anschluss wird die daraus entstandene mRNA gereinigt, um die Qualität des Impfstoffs sicherzustellen. 

     

    Schritt 3: Die mRNA wird verpackt, indem Sie mit kleinen Fett-Tröpfchen umhüllt wird. Diese stabilisieren die mRNA und gewährleisten, dass Körperzellen sie aufnehmen können. Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass diese Fettschicht aus sogenannten Lipid-Nanopartikeln für den menschlichen Körper unbedenklich ist. 

     

    Schritt 4: Die in Fett-Tröpfchen eingehüllte mRNA wird gemeinsam mit Kohlenhydraten (als Trennmittel), verschiedenen Elektrolytlösungen (zur Einhaltung eines stabilen pH) und Wasser (zu Injektionszwecken) in Durchstechflaschen abgefüllt und anschließend bei -75 °C (±15 °C) schockgefroren. 

     

    Quelle: https://mrnaverstehen.biontech.de/so-funktioniert-die-herstellung-von-mrna-impfstoffen, abgerufen am 22.08.2022

  • Für welche Personen empfiehlt die STIKO eine Expositionsprophylaxe mit Tixagevimab/Cilgavimab?

    Eine medikamentöse Präventionsmaßnahme zusätzlich zur Impfung für bestimmte Personengruppen. Empfohlen wird die SARS-CoV-2- Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) in Form von Gabe der beiden SARS-CoV-2-neutralisierenden monoklonalen Antikörper Tixagevimab und Cilgavimab für definierte Personengruppen ab 12 Jahren: 

    • Immundefiziente Personen, bei denen basierend auf dem aktuellen Wissensstand zur Grunderkrankung und/oder zur Wirkungsstärke der verabreichten Immunsuppressiva das Ausbleiben einer schützenden Immunantwort auch nach mehreren Impfstoffdosen zu erwarten ist. 
    • Personen mit nachgewiesener fehlender Serokonversion nach einer Immunisierung mit COVID-19-Impfstoffen gemäß aktuellen STIKO-Empfehlungen und einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf.

     

    Quelle: Epid. Bull. 33/2022

  • Welche Interaktionen von Indikations-Impfungen mit SARS-CoV2-Infektion gibt es?

    Derzeit keine Hinweise, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine zeitnah verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird.

     

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

NP-DE-VX-WCNT-210061, Dez21
NP-DE-VX-WCNT-210061, Feb22
NP-DE-VX-WCNT-210061, Jun22
NP-DE-VX-WCNT-220044, Aug22