STIKO Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Die Corona Situation ändert sich wöchentlich, teilweise täglich. Dadurch aktualisiert die STIKO regelmäßig ihre Empfehlungen. Hierbei den Überblick zu behalten, kann eine Herausforderung sein.

Zu Ihrer Unterstützung finden Sie hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Bitte beachten Sie: Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert, dennoch kann es zu Verzögerungen in der Überarbeitung kommen. Den aktuellsten Stand können Sie direkt auf der Website des RKI nachlesen.

  • Für wen ist die COVID-19-Impfung empfohlen?

    Die STIKO empfiehlt die COVID-19 Impfung für Personen ab 18 Jahren.

    Die STIKO empfiehlt nun auch allen 12–17-jährigen Kindern und Jugendlichen die Impfung gegen COVID-19 mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer und Moderna). Verabreicht werden sollen jeweils zwei Dosen BioNTech/Pfizer oder Moderna im Abstand von 3–6 bzw. 4–6 Wochen.

    Quelle: Epid. Bull. 33/2021

    NP-DE-VX-WCNT-210072, Aug21

  • Wie ist das Sicherheitsprofil der Impfung bei Kindern und Jugendlichen?

    Neuere Überwachungsdaten aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu 10 Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen zeigen, dass die sehr seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen als Impfnebenwirkungen gewertet werden müssen. Beide mRNA-Impfstoffe sind grundsätzlich sehr wirksam und nach den bisher vorliegen den Daten sicher. Myokarditiden sind nach Impfungen mit COVID-19- mRNA-Impfstoffen sehr seltene unerwünschte Ereignisse (Jungen häufiger als Mädchen (ca. 1:17.000 bzw. 1:110.000 nach der 2. Impfung). Es gab bisher keine weiteren schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse bei 12 – 17-Jährigen nach COVID-19-Impfung. Allein in den USA und Kanada sind in dieser Altersgruppe bereits über 12 Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden. COVID-19 ist in der Regel bei Kindern und Jugendlichen keine schwere Erkrankung. In Einzelfällen kann es jedoch zu schwerwiegenden Krankheitsmanifestationen kommen (z. B. Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome [PIMS] und Myokarditis), deren Langzeitprognosen nicht endgültig bekannt sind. Long-COVID ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht quantifizierbar. Bei zunehmenden Fallzahlen ist jedoch auch bei niedriger Inzidenz von Long-COVID ein Anstieg von Langzeitfolgen anzunehmen.

    Quelle: Epid. Bull. 33/2021

    NP-DE-VX-WCNT-210072, Aug21

  • Was ist bei Personen zu beachten, die als Erstimpfung AstraZeneca erhalten haben?

    Wie bei den <60-Jähri­gen, die in der Vergangenheit eine Impfstoffdosis AstraZeneca erhalten hatten, empfiehlt sie nunmehr auch für ≥60-Jährige ein heterologes Impfschema (d.h. 1. Impfung mit AstraZeneca gefolgt von einem mRNA-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen). Um die verfügbaren Impfstoffkontin­gente sinnvoll zu nutzen, ist die Anwendung der heterologen AstraZeneca /mRNA-Impfung aufgrund des kür­zeren Impfabstands vor allem für diejenigen Men­schen relevant, die gerade erst mit AstraZeneca geimpft wurden oder deren AstraZeneca-Impfung noch bevor­steht. Wenn der Termin für die 2. Impfstoffdosis AstraZeneca in Kürze ansteht, kann dieser durchaus akzeptiert werden, da eine zweimalige AstraZeneca-Impfung (homologes AstraZeneca / AstraZeneca -Schema) ebenfalls sehr gut vor schweren Infektionen mit der Delta-Varian­te des SARS-CoV2-Virus schützt. 

    Impfstoff  Impfabstand
    BioNTech/Pfizer 3-6 Wochen
    Moderna 4-6 Wochen
    AstraZeneca 9-12 Wochen
    Heterologes Impfschema (AstraZeneca/mRNA-Impfstoff) ab 4 Wochen

    Tabelle 1 | Impfabstände zur Grundimmunisierung gegen COVID-19 (Stand: 1.7.2021)1, 2

    1 Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.
    2 Tabelle verändert nach Epid. Bull. 27/21
    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist zu beachten, wenn der Abstand zwischen zwei COVID-19-Impfungen überschritten wurde?

    Wenn der von den Herstellern empfohlene Abstand zwischen 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten wurde, kann die Impfserie fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was für Abstands- und Hygienemaßnahmen sollten nach der Impfung eingehalten werden?

    Die vorliegenden Daten erlauben noch nicht, die Wirksamkeit der COVID-19-mRNA-Impfstoffe hinsichtlich einer Verhinderung oder Reduktion der Transmission abschließend zu bewerten.
    Bis zum Vorliegen neuer Daten müssen deshalb auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln) weiterhin eingehalten werden.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Welcher Abstand soll zu anderen planbaren Impfungen eingehalten werden?


    Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen muss ab sofort kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden.

    Quelle: Epid. Bull. 39/2021

    NP-DE-VX-WCNT-210085, Sep21

  • Wie sollte bei einer SARS-CoV-2-Infektion nach der ersten COVID-19-Impfung vorgegangen werden?

    Tritt nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis eine labordiagnostisch gesicherte (positive PCR) SARS-CoV-2- Infektion auf, sollte die Verabreichung der 2. Impfstoffdosis ebenfalls 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung erfolgen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was gilt für Personen, welche nachweislich COVID-19 positiv waren?

    Aufgrund der Immunität nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion sollten immungesunde Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion (aktuell nachgewiesen mittels PCR) durchgemacht haben, unabhängig vom Alter zunächst nur eine Impfstoffdosis erhalten, da sich durch eine einmalige Impfung bereits hohe Antikörperkonzentrationen erzielen lassen, die durch eine 2. Impfstoffdosis nicht weiter gestei­gert werden. Dies gilt auch, wenn der Infektions­zeitpunkt länger zurück liegt. Ob und wann spä­ter eine 2. COVID-19-Impfung notwendig ist, lässt sich gegenwärtig nicht sagen. Hingegen muss bei Personen mit Immundefizienz im Einzelfall entschieden werden, ob eine einmalige Impfstoffdosis ausreicht oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab. Bei gesicherter symptomatischer Infektion soll die notwendige eine Impfstoffdosis in der Regel 6 Monate nach der Infektion gegeben werden. Die derzeit verfügbaren klini­schen und immunologischen Daten belegen eine Schutzwirkung für mindestens 6 – 10 Monate nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion. Das Risiko für eine Reinfektion ist in den ersten Monaten nach einer gesicherten SARS-CoV-2-Infektion sehr niedrig, kann aber mit zuneh­mendem Abstand ansteigen. Die Gabe der ein­maligen Impfstoffdosis ist bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome mög­lich, wenn z. B. eine Exposition gegenüber künf­tig auftretenden Virusvarianten gegeben ist, gegen die eine durchgemachte SARS-CoV-2- Infektion keinen ausreichenden Schutz mehr vermittelt (immune escape-Varianten). Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen. 

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist bei Personen zu beachten, die unbemerkt eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht haben?

    Es besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder (unerkannt) durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Darf in der Schwangerschaft und Stillzeit geimpft werden?

    Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen COVID-19. Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen eines COVID-19 mRNA-Impfstoffs ab dem 2.Trimenon empfohlen. Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem 2.Trimenon durchgeführt werden.
    Stillenden wird die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs empfohlen.

    Quelle: Epid. Bull. 38/2021

    NP-DE-VX-WCNT-210085, Sep21

  • Sollten COVID-19-Kontaktpersonen geimpft werden?

    COVID-19-Kontaktpersonen mit Symptomfreiheit frühestens 14 Tage nach dem letzten potenziellen Kontakt impfen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Welche weiteren Impfungen sollen priorisiert werden?

    Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen altersentsprechend und zeitnah durchführen. Besonders die Grundimmunisierung der Kinder sollte unbedingt zeitgerecht beginnen und enden.

    Bei Personen im Alter ab 60 Jahren muss an die altersbedingten Impfempfehlungen gedacht werden:

    • Pneumokokken
    • Herpes Zoster
    • jährlich Influenza

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist bei immunsupprimierten Personen zu beachten?

    Bisher ungeimpfte Personen mit einer Immundefizienz (ID) sollen zunächst eine Impfserie mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Personen mit einer ID, die bisher als 1.Impfstoffdosis einen vektorbasierten Impfstoff (ChAdOx1 oder Ad26.COV2-S) erhalten haben, sollen als weitere Impfstoffdosis einen mRNA-Impfstoff im Abstand von mindestens 4 Wochen erhalten.

    Allen Personen mit ID soll etwa 6 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung (homologes oder heterologes Impfschema) eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs angeboten werden. Bei schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort kann die 3. Impfstoffdosis bereits 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie verabreicht werden. Über eine Auffrischimpfung im Abstand von weiteren ca. 6 Monaten zur primären Impfserie muss bei diesen Personen im Einzelfall entschieden werden.

    Eine serologische Antikörpertestung wird nicht grundsätzlich empfohlen.

    Lediglich bei schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort soll frühestens 4 Wochen nach der 2.Impfstoffdosis UND frühestens 4 Wochen nach der 3.Impfstoffdosis jeweils eine serologische Untersuchung auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein erfolgen.

    Bei Personen mit ID, die eine gesicherte SARSCoV-2-Infektion durchgemacht haben, muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine einmalige Impfstoffdosis ausreicht oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der ID ab.

    Kontaktpersonen von Personen mit ID sollen unbedingt vollständig geimpft sein.

    Engen Haushaltskontaktpersonen von schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort soll eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff frühestens 6 Monate nach der primären COVID-19- Impfserie angeboten werden, wenn die Person mit der schweren ID nicht oder nicht ausreichend angesprochen hat.

    Quelle: Epid. Bull. 39/2021

    NP-DE-VX-WCNT-210085, Sep21

  • Welche Interaktionen von Indikations-Impfungen mit SARS-CoV2-Infektion gibt es?

    Derzeit keine Hinweise, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine zeitnah verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

NP-DE-VX-WCNT-210061, Jul21