STIKO Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Die Corona Situation ändert sich wöchentlich, teilweise täglich. Dadurch aktualisiert die STIKO regelmäßig ihre Empfehlungen. Hierbei den Überblick zu behalten, kann eine Herausforderung sein.

Zu Ihrer Unterstützung finden Sie hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Bitte beachten Sie: Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert, dennoch kann es zu Verzögerungen in der Überarbeitung kommen. Den aktuellsten Stand können Sie direkt auf der Website des RKI nachlesen.

  • Für wen ist die COVID-19-Impfung empfohlen?

    Die STIKO empfiehlt die COVID-19 Impfung für Personen ab 18 Jahren.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was gilt für die Impfung von Kindern und Jugendlichen?

    Die STIKO spricht nach der Zulassung des mRNA-Impfstoff (BioNTech/Pfizer) für 12–15-Jährige eine gemeinsame Empfehlung für die Altersgruppe der 12–17-jährigen Kinder und Jugendlichen aus. Bereits begonnene Impfserien bei 16–17-Jährigen sollen vervollständigt werden. Aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der COVID-19- Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO dieser Gruppe eine Impfung mit dem mRNA-Impfstoff (BioNTech/Pfizer). Es sollen zwei Impfstoffdosen im Abstand von 3–6 Wochen gegeben werden.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist bei Personen zu beachten, die als Erstimpfung AstraZeneca erhalten haben?

    Wie bei den <60-Jähri­gen, die in der Vergangenheit eine Impfstoffdosis AstraZeneca erhalten hatten, empfiehlt sie nunmehr auch für ≥60-Jährige ein heterologes Impfschema (d.h. 1. Impfung mit AstraZeneca gefolgt von einem mRNA-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen). Um die verfügbaren Impfstoffkontin­gente sinnvoll zu nutzen, ist die Anwendung der heterologen AstraZeneca /mRNA-Impfung aufgrund des kür­zeren Impfabstands vor allem für diejenigen Men­schen relevant, die gerade erst mit AstraZeneca geimpft wurden oder deren AstraZeneca-Impfung noch bevor­steht. Wenn der Termin für die 2. Impfstoffdosis AstraZeneca in Kürze ansteht, kann dieser durchaus akzeptiert werden, da eine zweimalige AstraZeneca-Impfung (homologes AstraZeneca / AstraZeneca -Schema) ebenfalls sehr gut vor schweren Infektionen mit der Delta-Varian­te des SARS-CoV2-Virus schützt. 

    Impfstoff  Impfabstand
    BioNTech/Pfizer 3-6 Wochen
    Moderna 4-6 Wochen
    AstraZeneca 9-12 Wochen
    Heterologes Impfschema (AstraZeneca/mRNA-Impfstoff) ab 4 Wochen

    Tabelle 1 | Impfabstände zur Grundimmunisierung gegen COVID-19 (Stand: 1.7.2021)1, 2

    1 Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.
    2 Tabelle verändert nach Epid. Bull. 27/21
    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist zu beachten, wenn der Abstand zwischen zwei COVID-19-Impfungen überschritten wurde?

    Wenn der von den Herstellern empfohlene Abstand zwischen 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten wurde, kann die Impfserie fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was für Abstands- und Hygienemaßnahmen sollten nach der Impfung eingehalten werden?

    Die vorliegenden Daten erlauben noch nicht, die Wirksamkeit der COVID-19-mRNA-Impfstoffe hinsichtlich einer Verhinderung oder Reduktion der Transmission abschließend zu bewerten.
    Bis zum Vorliegen neuer Daten müssen deshalb auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln) weiterhin eingehalten werden.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Welcher Abstand soll zu anderen planbaren Impfungen eingehalten werden?

    Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach jeder COVID-19-Impfung eingehalten werden (Notfallimpfungen sind davon ausgenommen). Routineimpfungen sollten grundsätzlich nur bei akuten, schweren Erkrankungen verschoben werden. 

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Wie sollte bei einer SARS-CoV-2-Infektion nach der ersten COVID-19-Impfung vorgegangen werden?

    Tritt nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis eine labordiagnostisch gesicherte (positive PCR) SARS-CoV-2- Infektion auf, sollte die Verabreichung der 2. Impfstoffdosis ebenfalls 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung erfolgen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was gilt für Personen, welche nachweislich COVID-19 positiv waren?

    Aufgrund der Immunität nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion sollten immungesunde Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion (aktuell nachgewiesen mittels PCR) durchgemacht haben, unabhängig vom Alter zunächst nur eine Impfstoffdosis erhalten, da sich durch eine einmalige Impfung bereits hohe Antikörperkonzentrationen erzielen lassen, die durch eine 2. Impfstoffdosis nicht weiter gestei­gert werden. Dies gilt auch, wenn der Infektions­zeitpunkt länger zurück liegt. Ob und wann spä­ter eine 2. COVID-19-Impfung notwendig ist, lässt sich gegenwärtig nicht sagen. Hingegen muss bei Personen mit Immundefizienz im Einzelfall entschieden werden, ob eine einmalige Impfstoffdosis ausreicht oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab. Bei gesicherter symptomatischer Infektion soll die notwendige eine Impfstoffdosis in der Regel 6 Monate nach der Infektion gegeben werden. Die derzeit verfügbaren klini­schen und immunologischen Daten belegen eine Schutzwirkung für mindestens 6 – 10 Monate nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion. Das Risiko für eine Reinfektion ist in den ersten Monaten nach einer gesicherten SARS-CoV-2-Infektion sehr niedrig, kann aber mit zuneh­mendem Abstand ansteigen. Die Gabe der ein­maligen Impfstoffdosis ist bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome mög­lich, wenn z. B. eine Exposition gegenüber künf­tig auftretenden Virusvarianten gegeben ist, gegen die eine durchgemachte SARS-CoV-2- Infektion keinen ausreichenden Schutz mehr vermittelt (immune escape-Varianten). Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen. 

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist bei Personen zu beachten, die unbemerkt eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht haben?

    Es besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder (unerkannt) durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Darf in der Schwangerschaft und Stillzeit geimpft werden?

    Zur Anwendung der mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell limitierte Daten vor. Die generelle Impfung in der Schwangerschaft wird derzeit nicht empfohlen.
    Eine akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft ist jedoch keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.
    Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19- Erkrankung oder einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann in Einzelfällen nach Nutzen- Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine mRNA-Impfung ab dem zweiten Trimenon angeboten werden. Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Sollten COVID-19-Kontaktpersonen geimpft werden?

    COVID-19-Kontaktpersonen mit Symptomfreiheit frühestens 14 Tage nach dem letzten potenziellen Kontakt impfen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Welche weiteren Impfungen sollen priorisiert werden?

    Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen altersentsprechend und zeitnah durchführen. Besonders die Grundimmunisierung der Kinder sollte unbedingt zeitgerecht beginnen und enden.

    Bei Personen im Alter ab 60 Jahren muss an die altersbedingten Impfempfehlungen gedacht werden:

    • Pneumokokken
    • Herpes Zoster
    • jährlich Influenza

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Was ist bei immunsupprimierten Personen zu beachten?

    Überprüfung des Impfstatus für empfohlene Indikationsimpfungen bei immunsupprimierten Personen.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

  • Welche Interaktionen von Indikations-Impfungen mit SARS-CoV2-Infektion gibt es?

    Derzeit keine Hinweise, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine zeitnah verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird.

    Quelle: Epid. Bull. 27/2021

NP-DE-VX-WCNT-210061, Jul21