Impfmanagement: So lohnt es sich auch finanziell

Impf-Quiz

Impfen lohnt sich – für den Patienten, aber auch für Ihre Praxis. Denn: Ein aktives Impfmanagement bietet auch wirtschaftliche Vorteile. In diesem Beitrag haben wir für Sie wichtige Hinweise und Links zu den Abrechnungsmodalitäten übersichtlich zusammengefasst.

Vorteil bei der Abrechnung Ihrer Impf-Leistungen: extra budgetär

Mit Impfungen erwirtschaften Sie zusätzlichen Umsatz, denn jede Impfung wird ungekürzt und extra budgetär vergütet. Eine Ausnahme bildet die Abgeltung durch Kostenpauschale im Rahmen einer Hausarztzentrierten Versorgung.
In der Regel gehören die von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt in seiner Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL)1 fest, für welche von der STIKO empfohlenen Impfungen die GKV die Kosten übernehmen muss.
 

Regionale Abrechnungsmodalitäten

Zur Durchführung von Impfungen zu Lasten der GKV schließen die 17 kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die Krankenkassen Impfvereinbarungen auf KV-Ebene ab, die je nach Region unterschiedlich sein können. Diese Vereinbarungen regeln die Verordnungs- und die Abrechnungsmodalitäten. Das bedeutet, dass je nach regionaler Vereinbarung jede Impfung mit durchschnittlich ca. 7–8 Euro, bei Mehrfachimpfungen auch teilweise mehr als 15 Euro, vergütet wird. Für Impfleistungen gibt es Abrechnungsziffern, die nicht im EBM enthalten sind. Sie werden analog wie die Gebührenordnungspositionen des EBM in die Praxisverwaltungssoftware eingegeben, zusammen mit den zugehörigen ICD-10-GM-Codes.

Hilfreich sind dabei unsere sog. „Abrechnungstabellen“, in denen neben der impfpräventablen Erkrankung der jeweilige ICD10-Code sowie die passenden Abrechnungs- und Dokumentationsziffern aufgeführt sind.

Hier finden Sie die aktuellen Abrechnungstabellen für jede KV:

Zu den Abrechnungstabellen
 

Reiseimpfungen oft als Satzungsleistung übernommen

Neben den Pflichtleistungen besteht die Möglichkeit, dass KVen mit einzelnen Krankenkassen Vereinbarungen über Satzungsleistungen schließen. In manchen KV-Regionen bestehen bereits solche Vereinbarungen, zum Beispiel für Impfungen bei privaten Auslandsreisen. Dort gibt es die Möglichkeit, die Impfstoffe über Muster 16 oder sogar Sprechstundenbedarf (SSB) zu verordnen und diese Leistungen direkt mit der KV abzurechnen. Besteht keine Satzungsimpfvereinbarung erfolgt die Verordnung des Impfstoffes und die Abrechnung der Impfleistung im Rahmen der Kostenerstattung nach GOÄ. 

Verschaffen Sie sich hier einen aktuellen Überblick über die Kostenerstattung von Reiseimpfungen durch Krankenversicherungen:

Jetzt Tabelle ansehen
 

Privatpatienten nicht vergessen

In der Regel werden Impfungen bei Kindern und Jugendlichen anstandslos erstattet, bei Erwachsenen die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Deutschland empfohlenen Impfungen. Bei anderen Impfungen, insbesondere bei Schutzimpfungen für Auslandsreisen, sollten Sie Ihren Patienten empfehlen, vor der Durchführung der Impfung die Erstattung der Kosten mit der privaten Krankenkasse zu klären.2 Beratung, Untersuchung und Impfung werden nach GOÄ abgerechnet.3


Quellen:

1. G-BA Schutzimpfungsrichtlinie (https://www.g-ba.de/downloads/62-492-2004/SI-RL_2019-10-17_iK-2019-12-28.pdf).

2. KBV-Gesundheitsvorsorge Reiseschutzimpfungen (https://www.kbv.de/html/4193.php).

3. Gebührenordnung für Ärzte GOÄ (http://www.e-bis.de/goae/defaultFrame.htm).

 

NP-DE-VX-WCNT-220031, Jun22