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28.07.2010
Risikobewusstsein für Krankheiten sinkt dank der Erfolge des Impfens
Impfungen können Krankheiten effektiv und kostengünstig vorbeugen. Doch wenn in Folge der Impferfolge immer weniger Menschen erkranken, sinkt das Risikobewusstsein in der Bevölkerung. Werden die Gefahren, die von bestimmten Infektionskrankheiten ausgehen, nicht mehr wahrgenommen, lässt erfahrungsgemäß die Impfbereitschaft in der Bevölkerung nach.
Masern werden beispielsweise von vielen Menschen nach wie vor als harmlose Kinderkrankheit eingestuft. Doch bei jeder 500. bis 2000. Erkrankung kommt es zu einer Hirnentzündung, 10 bis 20 Prozent der Betroffenen sterben (Meldung vom 7.4.2010). Zudem sind Säuglinge, die jünger als 11 Monate und damit noch zu jung für eine Impfung sind, besonders gefährdet an einer gefährlichen Komplikation der Masern, der so genannten SSPE (Subakute sklerosierende Pan-Enzephalitis), zu erkranken. Hierbei handelt es sich um eine über mehrere Jahre langsam fortschreitende Form einer Gehirnentzündung, die immer tödlich verläuft. Aufgrund der Impfmüdigkeit der Deutschen kommt es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen.
Die STIKO empfiehlt Kindern im Alter von 11-14 Monaten eine erste Impfung gegen Masern. Eine Wiederholungsimpfung folgt frühestens 4 Wochen nach der Erstimpfung im Alter von 15 bis 23 Monaten. Doch nur 88% der Kinder erhalten diese wichtige zweite Impfung. Wären 95 % der Bevölkerung geschützt, könnten die Masern in Deutschland sogar ausgerottet werden.
Auch im Zusammenhang mit der Influenza-Impfung kann man auf Erfolge verweisen. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage lässt sich durch konsequentes Impfen um 10-12 % senken. Doch die Diskussionen um die Impfung gegen die Neue Influenza A /H1N1 haben die Akzeptanz für Impfungen generell vermindert.
Dr. Gabrielle Ellsäßer vom Landesgesundheitsamt Brandenburg fordert daher die Einrichtung eines Präventionsfonds, der länderübergreifend gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote finanziert.
Ärzte und Apotheker können sich durch die Teilnahme an 18 zertifizierten Modulen des Impfkurses rund um das Thema "Impfen" fortbilden. Bei erfolgreichem Abschluss aller Module können bis zu 54 CME-Fortbildungspunkte erworben werden. Zudem können sich Ärzte und Apotheker durch die Teilnahme an einem zertifizierten Online-Modul mit dem Thema Influenza befassen und dabei bis zu 3 CME-Fortbildungspunkte erwerben. Das Modul "Masern, Mumps, Röteln, Varizellen" steht ebenfalls sowohl Ärzten als auch Apothekern zur Verfügung und ermöglicht den Erwerb von bis zu drei weiteren CME-Punkten.
Quelle: Ärztezeitung
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